Herzlich Willkommen auf unserer Reitanlage Krüschener-Hof
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Bericht über die Einführung von Heuraufen bzw. Heunetze

Im Jahr 2017 haben wir für den gesamten Stall Heuraufen bzw. Heunetze eingeführt.
Warum diese Investition?

Für die Beantwortung dieser Frage ist es wichtig, sich mit den Besonderheiten des Verdauungstrakts bei Pferden zu beschäftigen und ein Verständnis für die Wertigkeit von Heu zu bekommen.

Das Fressverhalten der Pferde:

Wenn Pferde dürfen, fressen sie bis zu 16 Stunden am Tag, aber aufgrund des kleinen Magens immer nur kleinste Mengen. Das wissen viele von den Pferdehaltern, wenn es um das Kraftfutter geht, aber wie steht es um das Raufutter? In vielen Ställen gibt es 2-3 Heumahlzeiten, analog zu den Mahlzeiten bei Menschen. Und weil viele von sich auf ihre Pferde schließen, halten sie das auch für richtig. Es ist aber für Pferde eigentlich schlecht.

Der Verdauungstrakt des Pferdes:

  • Pferde haben einen sehr kleinen Magen im Vergleich zum Rest des Verdauungstraktes:
    • Magen ca. 18 Liter Fassungsvermögen
    • Dünndarm ca. 65 Liter Fassungsvermögen
    • Dickdarm ca. 100 Liter Fassungsvermögen
  • Pferde können sich nicht „übergeben“.
  • Pferde produzieren ständig Magensäure und
  • Pferde besitzen keine Gallenblase

Was hat es mit der fehlenden Gallenblase auf sich?

Die Gallenblase dient zur Speicherung der Gallenflüssigkeit, die in der Leber produziert wird. Bei besonders fettreicher Nahrung scheidet die Gallenblase den Gallensaft aus, welcher hilft die Fette zu verdauen. Das Pferd hat keine Gallenblase, weil es diese nicht braucht, denn in der Regel sind die Mahlzeiten der Pferde nicht fettreich. Der Gallensaft wird also kontinuierlich in den Dünndarm ausgeschieden. Welche Konsequenz hat dies für die Fütterung? Nicht zu viel Fette füttern. Genau dies sieht man leider auch immer wieder bei den Pferdhaltern, wenn gerade im Winter viel Öl gefüttert wird.

Was bedeutet der kleine Magen für das Pferd?

Der kleine Magen des Pferdes bedingt die Notwendigkeit kleine Futtermengen aufzunehmen. Frisst ein Pferd zu viel, kann es sich nicht, wie der Mensch, übergeben. Der übervolle Magen kann Gas- bzw. Verstopfungskoliken hervorrufen. Ist der Magen bei zu großen Futterpausen leer, drohen u.a. Magengeschwüre, denn das Pferd produziert 24 Stunden lang Magensäure. Da es sich um eine Säure handelt, greift diese den Magen im leeren Zustand an.

Diese Umstände erklären, warum nicht die Menge des Futters ausschlaggebend ist, sondern die Fressdauer (vorausgesetzt, dass die empfohlene Menge von ca. 1,5 kg Heu pro 100 kg Lebendgewicht gefüttert wird).

Mit der Implementierung der Heuraufen bzw. Heunetze konnte bei uns die Fressdauer im Vergleich zur herkömmlichen Heufütterung extrem verlängert werden. Viele unseren Pferden haben jetzt fast rund um die Uhr Heu zur Verfügung.

Und noch ein Vorteil der Heuraufen und -netze. Das Heu wird nicht in der Box untergewühlt und landet schließlich auf dem Misthaufen, da es mit Urin und Pferdeäpfel verunreinigt ist. Heu ist gerade in unseren Breitengraden, wo es viel regnet und die regenfreien Zeiten immer kürzer werden, ein kostbares Lebensmittel für Tiere, welches mit viel Aufwand und Arbeit produziert wird. Für Heu gilt das gleiche wie für alle Lebensmittel egal, ob für Mensch oder Tier, wir sollten Sie achten.

Dressurlehrgang mit Rainer Jäckel
20. und 21.10.2018

Dressurlehrgang mit Angelika Brück

28.07. und  29.07.2018

Dressurlehrgang mit Dr. Britta Schöffmann

16.02 und 17.02.2019

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